Tennissportler müssen warten

Saisonbeginn in den Spielklassen auf Anfang Juni verschoben / Prignitzer Teams aus Wittenberge und Bad Wilsnack sehen verspäteten Start noch gelassen

Oliver Knoll Prignitz Während einige Mannschaftssportarten aufgrund der Coronakrise ihre Saison bereits frühzeitig beendet haben, warten die Tennisspielerinnen und Tennisspieler darauf, mit ihrer Spielzeit zu beginnen. Eigentlich. Aber es braucht Geduld. Denn der Deutsche Tennis Bund (DTB) hat den Turnierbetrieb bis zum 7. Juni 2020 untersagt sowie eine Verschiebung der Mannschaftsspiele der Landesverbände auf Anfang Juni empfohlen.

Dem kam der Tennisverband Berlin Brandenburg (TVBB) nach. „Die Verbandsspielrunde des TVBB, die für Mannschaftsspieler ein Highlight der Saison darstellt, wird unter Beachtung des geänderten Terminplans komplett neu geplant. Der Wegfall der Spieltermine im Mai bedeutet, dass ein Großteil der Spiele nun nach den Ferien eingeplant werden wird. Erste Simulationen ergeben, dass dies kapazitätsmäßig möglich ist. Nach aktuellem Stand sollen die Verbandsspiele Anfang Juni beginnen, aber wir planen hier mehrere Szenarien und sind damit durchaus auch auf einen ggf. noch späteren Saisonauftakt vorbereitet…“, teilt der Verband mit.

Davon betroffen sind in der Prignitz die Tennisabteilung des SV Empor/Grün-Rot Wittenberge und der TC Bad Wilsnack. „Dann müssen wir bis in die Ferien hinein und vielleicht noch darüber hinaus spielen“, sagte Petra Neumann, Mannschaftsführerin der Verbandsliga-Damen 40 aus Wittenberge. Das Team aus der Prignitz hatte in der erfolgreichen Hallensaison mit dem Staffelsieg in der Verbandsoberliga und der damit Qualifikation für die Meisterklasse in der kommenden Winterrunde richtig Schwung für die Sommersaison genommen. Die zweite Vertretung, im vergangenen Sommer in der Bezirksliga am Start, wurde aus personellen Gründen abgemeldet.

Mit Skepsis blickt Jens Bartkowiak auf den Saisonstart. „Draußen müssen die Plätze erstmal gemacht werden, ich glaube nicht, dass die Ligen gespielt werden. Das kann ich mit gerade absolut nicht vorstellen, zumal die Maßnahmen ja dann wahrscheinlich eher schrittweise gelockert werden. Diese Verschiebung werden die Vereine organisatorisch gar nicht stemmen können. Es kommt dann ja auch noch die Ferienzeit“, erklärte der Mannschaftsleiter der in der Bezirksliga antretenden Herren 40 des SV Empor/Grün-Rot. Bartkowiak ist auch Mitverantwortlicher für das Jugendtraining. Das ist – so lange die Schulen geschlossen sind – ausgesetzt.

Beim zweiten Tennisverein in der Prignitz werden gerade die Grundlagen geschaffen. „Wir lassen in dieser Woche die Plätze von einer Firma machen. Da arbeiten zwei Personen, die halten genug Abstand. Was übrigens auch bei einem Einzel auf dem Platz zutrifft“, berichtete Dieter Puhle, Vorsitzender des TC Bad Wilsnack, und verwies auf die große Distanz zwischen den Sportlern. Vorbereitet auf die neue Saison ist der Club mit seinen 32 Mitgliedern laut Puhle „auf jeden Fall.“ Das triff auch auf das Geld zu. „Wit haben im Jahr 2019 finanziell gut gewirtschaftet“, sagte der Vorsitzende. Der TC Bad Wilsnack schickt in der Sommerrunde mit den Herren 50 und den Damen 40 zwei Teams in den Spielbetrieb.

Doch nicht nur diese beiden Mannschaften müssen vorerst warten. Auch der Nachwuchs. Mit Ronald Plagens, der jüngst den Übungsleiter C-Lehrgang beim Kreissportbund erfolgreich absolvierte, steht den Talenten aus der Kurstadt künftig ein lizensierter Trainer zur Seite.

Zurück auf die Bundesebene. Der DTB hat nach der 1. und 2. Bundesliga der Damen inzwischen auch die Saison 2020 der Herren in der 1. und 2. Liga (sollte im Juli beginnen) abgesagt. Der Landesverband teilte seinen Mitgliedsvereinen auf seiner Homepage mit, dass er in einem Brief an den Präsidenten des Landessportbundes Berlin auf die Vorteile des Individual-und Outdoorsports in der jetzigen Situation hingewiesen hat. „Das Sportverbot ist, so wie es jetzt ist, sehr pauschal und sollte unseres Erachtens differenzierter betrachtet werden. Im Tennis werden die Abstandsregeln praktisch allein durch die Spielregeln schon vorgegeben. So ist in Einzel und Doppel in nahezu jeder Situation der geforderte Mindestabstand (mehr als 2m) gewahrt“, heißt es in dem Brief.

Inwieweit die Vereine komplett geöffnet werden können, ist laut dem TTVB eine andere Frage. Aber auch Toiletten, Umkleideräume und gastronomische Bereiche können seiner Meinung nach durch Regeln und Hilfsmittel (Desinfektion) wirkungsvoll geschützt werden.

Quelle: SVZ-ePaper-App. svz.de.